Drei QUIRLIs auf der Alm

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Sie haben sich selbst eigentlich keinen Namen gegeben. Von den anderen HOBO-Stämmen werden sie „Quirlis“ oder manchmal „Sir-Ris“ genannt, nach dem Geräusch, wenn sie sich in Bewegung setzen. Quirlig sind sie in der Tat. Immer in Bewegung und voll überschäumender Lebensfreude.

Hier eine Geschichte aus dem Leben der Quirlis

Drei Quirlis auf der Alm

An einem frühsommerlichen Vormittag gingen drei Quirlis auf Wanderschaft. Ihr erstes Ziel war ein schönes Plätzchen auf der Pramosio-Alm in Italien. Von dort wollten sie über die Zollner-Alm wieder zurück ins Gailtal marschieren.

Nun, ihre Art sich fortzubewegen ist ein wenig als die der Menschen. Auf ihren zwei Beinchen können sie gut marschieren und rennen. Doch sie können wie alle HOBOs auch fliegen und sich teleportieren, wenn sie möchten. Wenn sie sich mit Gedankenkraft augenblicklich zu einem anderen Ort bewegen, ist kurz ein sirrendes Geräusch zu vernehmen.

Die drei konnten es sich also leicht machen. Sie teleportierten sich von Hermagor zur Pramosio-Alm, die auf italienischem Gebiet liegt. Auf dem weitläufigen Gelände tollten sie nach Herzenslust hin und her. Da Quirlis nur ungefähr so groß sind wie Heidelbeerstauden, ist für sie ein waldfreies Almgebiet ganz schön abenteuerlich. Es bietet ihnen Gelegenheit zum Fangenspielen und für Versteckspiele.

Nachdem sich die drei kräftig ausgetobt hatten, wanderten sie ganz brav und ruhig am markierten Wanderweg zur Zollnerhütte auf österreichischem Gebiet. Sie genossen diesen feinen Platz und nutzten die leichte Anhöhe für einen kurzen Flug zum Zollnersee.

Am Rande des kleinen Bergsees grasten friedlich ein paar Kühe. Kühe sind sehr feinfühlige Wesen. Sofort spürten sie die Ankunft der Quirlis, die für sie zunächst unsichtbar waren. Den Kühen zuliebe zeigten sich die Quirlis und setzten sich auf die Köpfe von drei braun-weiß gescheckten Kühen. Diese hörten sofort zu grasen auf und trugen mit stolz erhobenen Häuptern ihre kleinen, federleichten Kurzzeitgäste.

Diese hatten ihre Freude an der ungewöhnlichen Sitzgelegenheit und kraulten als Ausdruck ihrer Dankbarkeit ihre „Reittiere“ minutenlang an den Ohren. Dazu mussten sie sich erheben und an den Ohren der Tiere festhalten.  Danach nahmen erneut ihren „Thron“ ein und plauderte mit der kleinen Herde über das Wetter und die Lebensbedingungen.

Es werden einige Regentage folgen, meinten die Kühe. Aber das machte ihnen nichts aus. Sie waren erst seit einigen Tagen wieder auf der Alm und überglücklich. Sie hätten vor lauter Begeisterung über die nette Begegnung mit den Quirlis und deren Zuwendung am liebsten laut gemuht, doch sie beherrschten sich.

Nach all diesen intensiven Eindrücken waren die drei Quirlis müde geworden. Sie wünschten ihren neuen Freunden, den Almkühen, alles Gute. An den Blicken der Kühe war ihre Freude und Dankbarkeit deutlich zu erkennen. Sie sendeten den Quirlis sanfte Strahlen, die den Quirlis ein frohes Gefühl bescherten.

Und dann war nur noch ein dreimaliges Sirren zu vernehmen. Ein Quirls nach dem anderen verschwand spurlos.

Husch, so schnell geht das. Schon waren die Quirlis wieder zu Hause.

 

Es folgt die Geschichte::

Die Quirlis am Felsengrund

 

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